Reisebericht eines Heilpraktikers, anläßlich seines Aufenthalts im Kloster Thagchokling im August 2002

Lieber Roland,

es ist jetzt circa 14 Tage her, seit wir Dein Kloster Thagchokling besucht haben und wir dort die spirituelle Führung einer der großen Weltreligionen, seine Heiligkeit den 14. Dalai Lama, nebst vielen bedeutenden Rinpoches und anderen Head-Lamas des Buddhismus getroffen haben.

Dies war sicherlich der Höhepunkt unserer Reise oder unseres Kurztrips (7 Tage Thagchokling und Leh) mit gesamt 3 Tagen Reisezeit.

Ich will Dir an dieser Stelle meinen tiefen Dank aussprechen, dass Du dieses Treffen -auch für mich -möglich gemacht hast. So was hätte nicht perfekter geplant und organisiert sein können, es war Fügung!

So richtig bewusst ist mir dieses große Geschenk nochmals geworden, als wir die Teachings seiner Heiligkeit, des Dalai Lama in Leh besucht haben und dort mit ca. 100.000 Menschen ihm zuhörten.

Ich will Dir auch meine Anerkennung und meine Hochachtung aussprechen, für den Mut und die Tatkraft dieses Kloster-Projekt in Ladakh zu realisieren, sowie für die Visionen für deine Wohltätigkeitsorganisation mit Kindergärten und Krankenhäuser, die Du in tiefstem Herzen trägst und die gerade wieder am entstehen sind.

Wir haben uns ja erst auf dem gemeinsamen Weg nach Ladakh näher kennen gelernt, aber diese Zeit hat mich doch beeindruckt.

Du bist einer der wenigen Menschen, die ich kenne, die Visionen haben und Ihre Visionen auch ausleben.

Die Art und Weise sowie die Natürlichkeit, mit der Du Gott in alle Deine Projekte einbeziehst, ist für einen Europäer, der einem eher nüchternen Beruf nachgeht, schon ungewöhnlich. Für einen Asiaten (und ich habe ja längere Zeit dort gelebt) wäre das schon eher nachvollziehbar.

Als wir gemeinsam auf dem Dach des Klosters standen, kurz vor dem offiziellen Besuch des Dalai Lamas, war ich sehr berührt und ich habe mit Dir gefühlt:

Alles, was dort entstanden ist – und es ist wirklich ein ganz besonderer Platz in einem paradiesischen Tal- ist Deinem persönlichen Engagement (finanziell sowie auch energetisch und energisch) zu verdanken.

Ohne Dich gäbe es diesen Platz, so wie er jetzt ist, nicht:

„Von den 400.000 Außen-Mauersteinen, über die 200 Meter Vorhangstoff, bis zu den modernen, sanitären  Einrichtungen.

Vom besinnlichen Meditationsraum über die sauberen Beherbergungszimmer.

Vom blühenden Garten bis zum üppigen Gemüsegarten, aus denen das Küchenpersonal wirklich sehr leckere und frische Speisen gezaubert hat.“

Du hast mit dem Kloster vielen Menschen dort Arbeit und die Möglichkeit gegeben ein festes Einkommen für ihre Familien zu verdienen. Nicht zuletzt hast du selber mit Hand angelegt und wie jeder andere einheimische Arbeiter in Schichtarbeit mitgearbeitet.

Ich weiß, die Wünsche, Visionen und Gebete einiger Dir nahestehenden Menschen haben dieses Projekt begleitet und mitgeebnet.

Und trotzdem hast Du genügend Unverständnis aus deiner nächsten Umgebung gehabt und/oder vielleicht auch dem Neid von vielen Menschen getrotzt und das Projekt realisiert.

Dieses schien alles in diesen Minuten auf dem Klosterdach vor dem geistigen Auge abzulaufen. Und jetzt dieses Gefühl des Glückes und auch der Demut, kurz vor dem offiziellen Anerkennungsbesuch seiner Heiligkeit des Dalai Lama.

Das weitere, was mich berührt und glücklich gemacht hat, sind die Menschen in Ladakh. Selten habe ich so eine Liebe, so eine Herzlichkeit und auch so eine Bewusstheit in Menschen erlebt.

„Julay, Julay“, dieser fröhliche Gruß geht mir schon jetzt ab.

Obwohl diese Menschen für unseren westlichen Verstand wenig Materielles haben, strahlen sie eine Zufriedenheit aus, mit sich und ihrem wunderschönen großartigen Land und Ihrem Leben. Wunderbar - ich habe mich sofort wie an einem Ort gefühlt, den ich schon lange kannte und den ich endlich wiedergefunden habe.

Aus der Sicht eines alternativen Mediziners, interessiert mich insbesondere der Austausch der östlichen und der westlichen Medizinsysteme.

In einem Gespräch mit einem der wichtigsten Amchis vor Ort (so nennt man die Naturärzte) konnte ich ein bisschen an dieser großartigen Medizinkultur teilhaben.

Als Ayurveda-Therapeut sind für mich natürlich viele Parallelen zur tibetischen und ladakhischen Medizin festzustellen.

Ich wünsche mir hier meinen Teil dazu beizutragen, um dieses Kulturerbe zu erhalten und weiterzuverbreiten. Speziell in deinem neuen Krankenhaus, will ich zukünftig mit aus- und weiterbilden und so Ost und West miteinander verbinden helfen.

Ohne die Religio (lat.: Wurzel) und das ist für Ladakh eben der Buddhismus, kann keine Heilung stattfinden, bzw. ist ein Medizinsystem nicht komplett. Dieser einstimmigen Überzeugung, sind wir alle drei gewesen: der Amchi, der buddhistische Mönch Lobsang und ich. Diese Einsicht wünsche ich mir auch mehr und mehr in unserem westlichen System. Aber es wird kommen und wir sind auch hier auf einem guten Weg.

Ich persönlich kann jedem nur diesen himmlischen Platz am Dach der Welt empfehlen. Und nicht nur die Nächte unter dem Sternenzelt auf dem Klosterdach haben mich meinem Ursprung wieder ein Stück nähergebracht:

„Der Himmel ist blauer, die Täler grüner, die Sterne so nah; die Luft ist reiner und das Wasser reinigend und klar.“

 Herbe Schönheit – in 3700 Meter, in Thagchokling, in Ladakh.

Möge Gott Dich und Deine weiteren Projekte segnen!

 

In tiefer Verbundenheit

 

Michael Billmann
Heilpraktiker
Prof. Drexel Str. 21
D-84364 Bad Birnbach
Bad Birnbach, 28.08.02